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Heute wie vor 115 Jahren: Für Frauenrechte und gegen Krieg!

  • Samstag, 7. März 2026 @ 14:27
Dazu einige Gedanken unserer Kollegin Hilde Grammel anlässlich des Internationalen Frauentages

Wir begehen dieser Tage zum 115. Male den Internationalen Frauentag, der wesentlich der Initiative der deutschen Sozialistin Clara Zetkin zu verdanken ist.

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Am Vorabend des Ersten Weltkriegs brachte sie 1910 vor den in Kopenhagen versammelten sozialistischen Frauen den Antrag auf die jährliche Begehung eines Kampftages für die Rechte von Frauen ein. Ein Tag, der 1911 alleine in den deutschsprachigen Ländern über eine Million Menschen mobilisieren konnte.

Es ging um die Verbesserung der sozialen und politischen Situation von Frauen, u.a. um Frauenwahlrecht, 8-Stunden-Tag, Gleichbehandlung von ledigen Müttern, Arbeitsschutzgesetze für Frauen, Nachtarbeitsverbot, Schutz für Mütter und Kinder, Sozialversicherung, Einrichtung von Kindergärten, kostenlose Schulspeisung und Lehrmittel. Erst das Ende des Ersten Weltkriegs und die völlige Diskreditierung der bürgerlichen Ordnung und des monarchistischen Staates sollte die Erfüllung dieser Forderungen wieder auf die Tagesordnung setzen.

Bereits 1915 brandmarkte sie die Kriegspropaganda der Herrschenden und benannte, was der Krieg für die Frauen der Arbeiterklasse bedeutete:
„Man hat euch geredet von der einen großen Brüder- und Schwesternschaft zwischen hoch und niedrig, von dem Burgfrieden zwischen arm und reich. Nun, der Burgfriede zeigt sich darin, dass der Unternehmer eure Löhne drückt, der Händler und gewissenlose Spekulant die Preise steigert, der Hauswirt euch auf die Straßen zu setzen droht. Der Staat hat karge Hand, die bürgerliche Wohltätigkeit kocht Bettelsuppen und empfiehlt euch zu sparen.“

Es ist kein Zufall, dass diese Zustandsbeschreibungen uns sehr bekannt vorkommen: Sparen um der Aufrüstung willen sollen wir auch heute wieder. Auf Pensionsanpassungen und Lohnabschlüsse, die die Inflation abgelten, sollen wir verzichten und Preissteigerungen bei Miete, Lebensmitteln und Energie akzeptieren, wobei das Ende der mit jedem neuen Krieg länger werdenden Fahnenstange noch nicht erreicht ist.

Wem nützt der Krieg?

Zu allerletzt den Frauen im Iran, deren Rechte gerade mit massiven Angriffen von USA und Israel verteidigt werden. Dass dieser Krieg das Land in Schutt und Asche legen, die Infrastruktur zerstören, einen „gescheiterten Staat“ hinterlassen und Tausenden von (auch weiblichen) Menschen das Leben kosten wird, wurde in der Propaganda, die in unseren Breitengraden zur Akzeptanz dieses Krieges geführt hat, fast völlig ausgeblendet. Aus dem Wiederaufbau und den Ölreserven des Landes werden dann dieselben Profit schlagen, die das Land jetzt kaputtbomben.

„Am Krieg verdienen", so Clara Zetkin bereits 1915, nämlich die
„Fabrikanten von Flinten und Kanonen, von Panzerplatten und Torpedobooten, die Werftbesitzer und Lieferanten des Heeresbedarfs. Im Interesse ihres Profits haben sie den Hass unter den Völkern geschürt und so zum Ausbruch des Krieges beigetragen. Der Krieg nützt den Kapitalisten überhaupt. Hat nicht die Arbeit der Enterbten und der ausgebeuteten Massen Waren aufgehäuft, die jene nicht verbrauchen dürfen, die sie erzeugten? Sie sind ja arm, sie können nicht dafür zahlen! Arbeiterschweiß hat diese Waren geschaffen, Arbeiterblut soll ihnen neue Absatzmärkte im Ausland erkämpfen. Kolonialländer sollen erobert werden, wo die Kapitalisten die Schätze des Bodens rauben und billigste Arbeitskräfte ausbeuten. … Nicht die Verteidigung des Vaterlandes, seine Vergrößerung ist der Zweck dieses Krieges. So will es die kapitalistische Ordnung, denn ohne die Ausbeutung und Unterdrückung des Menschen durch den Menschen kann sie nicht bestehen.“

Frauenrechte hierzulande

Auch um diese ist es nicht gut bestellt. Einkommensarmut, Abhängigkeit und damit Gewalterfahrungen ziehen sich durch das Leben vieler Frauen. Unverändert wird die den Frauen aufgebürdete Care-Arbeit nicht als Arbeit angesehen und wenn sie entlohnt wird, dann schlecht. Teilzeitarbeit ist über weite Strecken der weiblichen Existenz die Norm, aktuell liegt die Rate bei 50 %. Die Folge ist eine Pensionslücke zwischen den Geschlechtern von 40 %.

Wenn es in diesem Tempo weitergeht, werden in 300 Jahren die Pensionen von Frauen gleich hoch sein wie jene von Männern. Vorausgesetzt, die Erfordernisse der Kriegswirtschaft machen diese minimalen Fortschritte nicht auch noch zunichte.