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Arbeiten bis 68?

  • Samstag, 13. Juni 2026 @ 09:35
Die Rechnung sollen wieder die ANDEREN zahlen

Die Aussagen von IV-Präsident Georg Knill in der ORF-Pressestunde (07.06.2026) werfen eine grundsätzliche Frage auf:

Warum sind es immer die Arbeitnehmer, die Pensionisten und die sozial Schwächeren, die den Gürtel enger schnallen sollen?

Herr Knill spricht von einem radikalen Sparkurs, von einem Nulldefizit und davon, dass die Menschen künftig bis 68 arbeiten sollen.

Begründet wird dies mit einem Staat, der angeblich über seine Verhältnisse gelebt habe.

Doch wer hat denn in den letzten Jahrzehnten von den wirtschaftlichen Erfolgen Österreichs profitiert?
  • Waren es die Pensionisten?
  • Waren es die Pflegekräfte?
  • Waren es die Arbeiter am Bau, in den Fabriken oder im Handel?
Oder waren es nicht vielmehr jene Kreise, deren Vermögen, Unternehmenswerte und Gewinne Jahr für Jahr gewachsen sind? Wenn heute behauptet wird, der Staat habe das Geld mit vollen Händen ausgegeben, dann muss auch die Frage erlaubt sein:

Wohin ist dieses Geld geflossen?

Die Zahl der Armutsgefährdeten ist nicht gesunken. Gleichzeitig steigt die Zahl der Millionäre und das Vermögen der reichsten Bevölkerungsschichten weiter an. Offensichtlich ist der erwirtschaftete Wohlstand nicht bei allen Menschen angekommen. Umso befremdlicher wirkt es, wenn ausgerechnet Vertreter jener Kreise, die zu den Gewinnern dieser Entwicklung zählen, nun erklären, Arbeitnehmer müssten länger arbeiten und Pensionisten hätten sich auf weitere Einschnitte einzustellen.

Der ZVPÖ lehnt eine Politik ab, die soziale Sicherheit immer nur als Kostenfaktor betrachtet. Wer über Budgetsanierung spricht, muss auch über Verteilungsgerechtigkeit sprechen. Wer längere Arbeitszeiten fordert, muss auch erklären, welchen Beitrag große Vermögen und hohe Gewinne leisten sollen. Und wer den Menschen Opfer abverlangt, sollte zuerst darlegen, welchen Beitrag jene leisten, die vom wirtschaftlichen Erfolg der vergangenen Jahrzehnte am stärksten profitiert haben.

Die Frage lautet daher nicht nur:
„Wie sparen wir Milliarden?“

Die entscheidende Frage lautet:
„Wer soll diese Milliarden bezahlen?“