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Rendite, Risiko und die Zukunft der Pensionen

  • Sonntag, 7. Juni 2026 @ 10:47
Herbert Fuxbauer hat für den ZVPÖ die „private Altersvorsorge" unter die Lupe genommen.

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Bei einer Pressekonferenz in Wien präsentierten der Vermögensverwalter froots und Investor Andreas Treichl ein neues Modell der privaten Altersvorsorge.
Im Mittelpunkt stand die Aussage, dass durch eine steuerbegünstigte Konstruktion und geringere Kosten langfristig deutlich höhere Erträge erzielt werden könnten als bei klassischen fondsgebundenen Lebensversicherungen.

Zunächst ist festzuhalten:

Die vom Anbieter dargestellten Vorteile beruhen vor allem auf geringeren Kosten und auf einer steuerlichen Begünstigung gegenüber herkömmlichen Vorsorgeprodukten.

Die entscheidende Frage lautet jedoch, für wen solche Angebote geeignet sind und welche Rolle sie künftig in der Altersvorsorge spielen sollen.

Die vorgestellten Berechnungen basieren auf einer angenommenen durchschnittlichen Kapitalmarktrendite von sieben Prozent pro Jahr über einen Zeitraum von 30 Jahren. Unter diesen Voraussetzungen ergeben sich beachtliche Vermögenszuwächse.

Dabei handelt es sich aber um Modellrechnungen und nicht um garantierte Ergebnisse.

Niemand kann heute vorhersagen, wie sich die internationalen Kapitalmärkte in den kommenden drei Jahrzehnten entwickeln werden.

Weil die Präsentatoren auch Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ansprechen, sollten derartige Zahlen mit der notwendigen Vorsicht betrachtet werden. Wer monatlich 100, 200 oder 300 Euro für die Altersvorsorge zurücklegt, bindet über viele Jahre hinweg einen erheblichen Teil seines verfügbaren Einkommens. Arbeitslosigkeit, Krankheit, Pflegeverpflichtungen oder steigende Lebenshaltungskosten können langfristige Sparpläne jederzeit erschweren.

Für den ZVPÖ stellt sich darüber hinaus eine grundsätzliche gesellschaftspolitische Frage.

Österreich verfügt über ein leistungsfähiges gesetzliches Pensionssystem, das auf Solidarität zwischen den Generationen beruht. Dieses System ist und bleibt die wichtigste Grundlage der Altersabsicherung für die große Mehrheit der Bevölkerung.

„Private Vorsorge kann für viele Menschen eine sinnvolle Ergänzung sein. Sie darf aber nicht dazu führen, dass die Bedeutung des gesetzlichen Pensionssystems in den Hintergrund gedrängt wird. Gerade für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen bleibt die staatliche Pension die wichtigste Säule der Alterssicherung“, betont ZVPÖ-Bundessekretär Herbert Fuxbauer.

Aus Sicht des ZVPÖ ist es wenig überraschend, dass Banken, Versicherungen und Vermögensverwalter die Altersvorsorge zunehmend als Wachstumsmarkt entdecken. Angesichts der enormen Mittel, die jedes Jahr in die Gesundheits- und Pensionssysteme fließen, sind wirtschaftliche Interessen nachvollziehbar. Die Verantwortung der Politik besteht jedoch darin, sicherzustellen, dass soziale Sicherheit nicht von den Entwicklungen an den Kapitalmärkten abhängig wird.

„Wir beobachten seit Jahren, dass immer größere Teile des Finanzsektors die Altersvorsorge als Geschäftsfeld entdecken. Das ist aus unternehmerischer Sicht legitim. Unsere Aufgabe ist es aber, darauf hinzuweisen, dass soziale Sicherheit mehr ist, als eine Renditerechnung. Sie muss auch Verlässlichkeit, Solidarität und Schutz vor Altersarmut gewährleisten“, so Fuxbauer.

Der ZVPÖ begrüßt jede sachliche Diskussion über die Zukunft der Altersvorsorge. Gleichzeitig halten wir es für notwendig, Chancen und Risiken gleichermaßen anzusprechen. Die Frage der Altersabsicherung darf nicht ausschließlich auf Renditeerwartungen reduziert werden. Entscheidend bleibt, wie auch künftigen Generationen ein würdiges Leben im Alter ermöglicht werden kann – unabhängig von Einkommen, Vermögen oder Börsenentwicklung.

Text und Fotos: Herbert Fuxbauer