Vortrag von Andreas Stückler über das „Alter(n) in der kapitalistischen Gesellschaft "
Dienstag, 6. Oktober 2026 @ 09:16
Eine gemeinsame Veranstaltung des ZVPÖ, der Zukunftswerkstatt Gesundheitspolitik und der KPÖ-Wien
Dienstag, 10.11.2026, 19:00 Uhr
Ort: Antonia-Stockinger-Lokal der KPÖ Floridsdorf
Brünner Straße 34–38/22/R02, 1210 Wien (im Schlingerhof)
Andreas Stückler (* 1982) ist Soziologe und seit 2011 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Österreichischen Plattform für Interdisziplinäre Alternsfragen (ÖPIA) in Wien. 2021 Promotion an der Universität Wien. „Kritische Theorie des Alter(n)s“ ist 2024 im Mandelbaum Verlag erschienen.
Altern ist zunächst ein biologischer Prozess, dem alles Lebende unterworfen ist. Es kann allerdings nicht unabhängig von der Gesellschaft gesehen werden, in der wir leben. Diese ist stark von Leistungs- und Produktivitätsimperativen geprägt, die auch vor dem Alter nicht Halt machen. Alt werden ist willkommen – solange man aktiv, produktiv, gesund und jung geblieben erscheint. Krankheit, Pflegebedürftigkeit und körperliche Einschränkungen werden hingegen verdrängt. So wird Alter(n) gesellschaftlich abgespalten– bis hin zur Fantasie, es durch die wachsende Anti-Ageing-Industrie letztlich überwinden zu können.
In seinen vielen Facetten und Ausdrucksweisen wird der Begriff des „Ageismus“ erläutert, der mehr ist als einfache Altersdiskriminierung. Vielmehr handelt es sich dabei um eine strukturelle Altersfeindlichkeit, die tief in den Logiken der kapitalistischen Gesellschaft verankert ist.